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Siedlungsgeschichtliche Bedeutung

Pionierbauten auf freiem Feld: die ersten Häuser des äusseren Englischviertels

Die Kunsthistorikerin Katia Frey hat bereits 2006 in ihrem Beitrag Das Haus und der Garten des Architekten Georg Lasius in Zürich (1876) in: Stadtlandschaften. Schweizer Gartenkunst im Zeitalter der Industrialisierung. Offizin-Verlag, Zürich 2006, S. 110-116 die siedlungsgeschichtliche Bedeutung dargelegt.

Als Georg Lasius 1875 das Zürcher Bürgerrecht erhielt, konnte er bereits auf eine beachtliche Karriere zurückblicken: 1873 war er als Nachfolger von Gottfried Semper zum Vorsteher der renommierten Bauschule am Eidgenössischen Polytechnikum berufen worden. Zudem hatte er mit dem Gesellschaftshaus «Zum Schneggen» sowie dem Bankgebäude an der Bahnhofstrasse für die sogenannte Meisenbank (später erster Sitz der Schweizerischen Nationalbank in Zürich) zwei bedeutende Bauten geplant und realisiert. Auch privat hatte er sein Glück gefunden – als Vater von vier Söhnen.

Für seine junge Familie plante Lasius ein eigenes Wohnhaus. Als Bauplatz wählte er den höchsten Punkt an der neu angelegten Freiestrasse, die damals die noch eigenständigen Gemeinden Hottingen und Hirslanden miteinander verband. Die beiden Zwillingshäuser entstanden 1876 in völliger Alleinlage – umgeben von Wiesen, Äckern und Rebbergen. Mit dem Bau des Malerateliers für Arnold Böcklin wurde das Ensemble 1885 um ein drittes Gebäude ergänzt. Diese drei Bauten bildeten den Ausgangspunkt für die Entwicklung des Quartiers, das sich ab 1895 zunehmend zum äusseren Englischviertel entwickelte.

Die Siedlungsgeschichte lässt sich anhand historischer Karten anschaulich nachvollziehen. Ein zwei Meter breites Stadtpanorama aus der Sammlung der Zentralbibliothek Zürich, das Georg Lasius 1881 von der Veranda seines Hauses Auf der Hoeh’ an der Freiestrasse 138 (ehemals Nr. 56) zeichnete, vermittelt eindrücklich die damalige Alleinlage der Zwillingshäuser. 

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